23.07.2016 11:46
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Johanna Elisabeth de Boor, geb. Amsinck (1786-1812)

Johanna Elisabeth de Boor, geb. Amsinck 1786-1812 

                          Wilhelm
Amsinck
 1752-1831
oo Elisabeth
Schuback
1764-1794
            
          |      
Carl Friedr.
de Boor
1776-1848
oo Johanna
 Amsinck
1786-1812
Maria
Anna
1787-1837
Pauline
Wilhelmine
1788-1870
Caroline
Amalie
 1789-1793 
Johannes

 1792-1879
Wilhelm

 1793-1874

 
  |              
Wilhem

1807-1844
N.N.

1808-1809
Carl

1810-1853
Johanna
Elisabeth
1811-1880
         
Johanna Elisabeth de Boor, geb. Amsinck, * 10.02.1786 in Hamburg, † 09.02.1812, Tochter des Wilhelm Amsinck, Lic. der Rechte und Bürgermeister und der Elisabeth, geb. Schuback (Tochter des Kaufmanns Johannes Schuback). 1806 Heirat mit Carl Friedrich de Boor.

Johanna Elisabeth Amsinck war die älteste Tochter des Juristen und späteren Bürgermeisters Wilhelm Amsinck und dessen Frau Elisabeth Schuback. Ihr Vater hatte eine Vielzahl öffentlicher Ämter inne und lenkte als Politiker während der französischen Besetzung maßgeblich das Geschehen Hamburgs.
Anfang des 19. Jh. waren Juristen überaus angesehen und der junge Carl Friedrich de Boor (1776-1848), Dr. beider Rechte, dessen Stiefvater schon als einer der erfolgreichsten Advokaten in Hamburg galt, war eine gute Partie. Zudem konnte er auf das beträchtliche Vermögen seines Ziehvaters hoffen und der Bürgermeistertochter somit ein standesgemäßes Leben ermöglichen.

Nach der Verlobung und dem Aufsetzen eines Ehevertrages[1] stand der Eheschließung am 09. September 1806 nichts mehr im Wege.
Den Sommer über wohnten sie auf dem Landsitz in Dockenhuden vor den Toren Hamburgs, während sich die Advokatenpraxis und wohl auch der Hausstand zunächst in den Hohen Bleichen Nr. 274 befand.
Nach der Geburt zweier Söhne, von denen letzterer bereits nach wenigen Wochen starb, zogen sie 1809 in die Pastorenstraße Nr. 155 nahe der St. Michaeliskirche.

Über die Erscheinung der Johanna de Boor gibt ein Bekannter Auskunft, der anlässlich der Hochzeit eines gemeinsamen Freundes in Hamburg zu Gast ist und seine Eindrücke in einem Brief an die Ehefrau festhält:
Am Mittage assen wir bei De Boor, dessen Du Dich noch wohl von Hofmeisters her erinnern wirst. Er ist jetzt oder vielmehr schon seit drei Jahren verheirathet, seine Frau ist aus einer sehr reichen und hohen Hamburgischen Familie, recht sehr niedlich, der Graefin Veltheim ähnlich, nur etwas still und träge, wie mir scheint. Wenn sie aber durch ihren Mann mehr lebendig gemacht würde, so würde sie eine sehr angenehme, interessante Frau seyn. Mir ist sie von allen Frauenzimmern, die ich hier bisher habe kennen lernen, am angenehmsten gewesen."[2]

1810 kommt erneut ein Junge zur Welt, der den Namen Carl erhält und das Glück dieser Ehe scheint vollkommen zu sein. Über die Ereignisse der nächsten zwei Jahre ist nichts überliefert.
Einen Tag vor ihrem 27. Geburtstag, am 9. Februar 1812, stirbt Johanna de Boor, nachdem sie knapp 3 Monate zuvor noch einer Tochter das Leben geschenkt hatte.

Zwei Töchter ihrer Schwester Maria Anna (verehelichte Schwartze) heirateten die Söhne Wilhelm und Carl de Boor.
 
 
 
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[1] Familienarchiv de Boor - Landesarchiv Schleswig Abt. 399.9 Nr. 30. Eheverträge Carl Friedrich de Boor – Johanna Elisabeth Amsinck. Anm.: Für den Fall einer kinderlosen Ehe, hätten ihr nach dem Tode des Ehemannes ein Kapital von 80.000 Mark Banco zugestanden.
[2] "Hamburg und die Hamburger im Jahre 1809", Briefe eines Braunschweigers mitgeteilt von H. Mack. Zeitschrift des Vereins für Hamburgische Geschichte; Band 21, 1916. Brief von Jakob Friedrich Langenfeldt vom 06.09.1809 an seine Ehefrau, während der anstehenden Hochzeit ihres gemeinsamen Freundes Carl Anton Schönhütte (1778-1831) in Hamburg weilend. C. F. de Boor kannte Schönhütte aus der Göttinger Studienzeit, beide waren zunächst Richter am Niedergericht.



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